| Kommentar |
Die Brisanz des Personbegriffs besteht darin, dass er sowohl deskriptiv verwendet wird als auch einen moralischen Status anzeigt. Entsprechend ist die Bestimmung von Personalität, das heißt von dem, was eine Entität zu einer Person macht, eine wichtige philosophische Aufgabe. Es gibt verschiedene Arten, Personalität zu konzipieren. In psychologischen Konzeptionen, für die traditionell John Locke steht, die aber auch heute noch häufig vertreten werden, gehört eine Entität aufgrund von bestimmten mentalen Fähigkeiten (bei Locke: Selbstbewusstsein und Vernunft) zur Klasse der Personen. Biologische Konzeptionen dagegen greifen in der Bestimmung von Personalität nicht auf mentale Fähigkeiten von Entitäten zurück, sondern auf deren biologische Artzugehörigkeit. Menschliche Personen, so bspw. die These von Eric Olson, sind numerisch identisch mit Lebewesen der biologischen Art Homo sapiens. Doch psychologische Konzeptionen der Personalität haben große Schwierigkeiten, den Kreis der Personen adäquat zu bestimmen; und biologische Konzeptionen scheinen mit ihrer Berufung auf die Spezieszugehörigkeit dem moralischen Status von Personen nicht gerecht zu werden. Das Seminar wendet sich daher sozialtheoretischen Konzeptionen der Personalität zu, nimmt seinen Ausgangspunkt also bei der Frage, ob und gegebenenfalls wie sich Personalität im Rückgriff auf Soziales konzipieren lässt. Dabei werden wir insbesondere Anerkennungsverhältnisse in den Blick nehmen. Denn womöglich ist Anerkennung nicht nur eine Antwort darauf, dass eine Entität eine Person ist, sondern für diesen Sachverhalt auch konstitutiv. |
| Literatur |
Literatur:
Ikäheimo, Heikki 2014: Anerkennung. Berlin – Boston.
Kannetzky, Frank/ Tegtmeyer, Henning (Hgg.) 2007: Personalität. Studien zu einem Schlüsselbegriff der Philosophie. Leipzig |