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Veranstaltung

Von der Volkssage „aus dem Munde“ zur Großstadtlegende im Internet. Zugänge moderner Sagenforschung

  • Funktionen:

Grunddaten

Veranstaltungsart Hauptseminar SWS 2.00
Veranstaltungsnummer 70835 Semester WS 2022/23
Sprache Deutsch Studienjahr
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Belegung über StudIP

Status Link
Anmeldeverfahren    Link

Module

6100210 Spezialisierung Neuere und neueste deutsche Literatur
6150130 Literatur und Sprache der Gegenwart - Theorien und Methoden
6150330 Literatur und Sprache der Gegenwart - Theorien und Methoden
6180070 Fachwissenschaftliche Aspekte der Schulrahmenpläne
6180100 Spezialisierung Neuere und Neueste deutsche Literatur
6180160 Profilbildung Linguistik und Literaturwissenschaft
6180170 Profilbildung Literaturwissenschaft
6180270 Spezialisierung Neuere und Neueste deutsche Literatur
6180320 Profilbildung Linguistik und Literaturwissenschaft
6180350 Fachwissenschaftliche Aspekte der Schulrahmenpläne
6180370 Profilbildung Literaturwissenschaft

Termine Gruppe: [unbenannt] iCalendar Export für Outlook

  Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Raum-
plan
Lehrperson Status Bemerkung fällt aus am Max. Teilnehmer/-innen
Einzeltermine anzeigen
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Mi. 17:15 bis 18:45 woch 12.10.2022 bis 27.01.2023  Jakobi-Passage, Kröpeliner Str. 57 - Seminarraum 9, Jakobi-Passage, Kröpeliner Str. 57 Raumplan Himstedt-Vaid findet statt    
Gruppe [unbenannt]:
 

Verantwortliche Person

Verantwortliche Person Zuständigkeit
Dr. Petra Himstedt-Vaid, MA

Studiengänge

Studiengang/Abschluss/Prüfungsversion Semester Teilnahmeart
Berufspädagogik: Fach Deutsch, Master Berufspädagogik (Zweitfach, 2017) 1. - 4. Semester wahlobligatorisch
Deutsch, Beifach Lehramt (2017) 5. - 9. Semester wahlobligatorisch
Deutsch, Beifach Lehramt (2019) 5. - 9. Semester wahlobligatorisch
Deutsch, LA an Gymnasien (2012) 5. - 9. Semester wahlobligatorisch
Deutsch, LA an Gymnasien (2019) 5. - 9. Semester wahlobligatorisch
Deutsch, LA an Regionalen Schulen (2012) 5. - 9. Semester wahlobligatorisch
Deutsch, LA an Regionalen Schulen (2019) 5. - 9. Semester wahlobligatorisch
Deutsch, LA für Sonderpädagogik (2019) 5. - 9. Semester wahlobligatorisch
Germanistik, Bachelor (Erstfach, 2018) 5. - 6. Semester wahlobligatorisch
Germanistik, Bachelor (Erstfach, 2020) 5. - 6. Semester wahlobligatorisch
Germanistik, Bachelor (Zweitfach, 2018) 5. - 6. Semester wahlobligatorisch
Germanistik, Bachelor (Zweitfach, 2020) 5. - 6. Semester wahlobligatorisch
Germanistik, Master (2013) 1. - 4. Semester wahlobligatorisch
Germanistik, Master (Erstfach, 2018) 1. - 4. Semester wahlobligatorisch
Germanistik, Master (Erstfach, 2020) 1. - 4. Semester wahlobligatorisch
Germanistik, Master (Zweitfach, 2018) 1. - 4. Semester wahlobligatorisch
Germanistik, Master (Zweitfach, 2020) 1. - 4. Semester wahlobligatorisch
Wirtschaftspädagogik, Master (2017) 1. - 3. Semester wahlobligatorisch

Zuordnung zu Einrichtungen

PHF/Institut für Germanistik (IG)

Inhalt

Kommentar

Die Lehrveranstaltung ist folgenden Studiengängen / Modulen zugeordnet:

BA Ger „Spezialisierung Neuere und neueste deutsche Literatur“; LA Deutsch „Fachwissenschaftliche Aspekte der Schulrahmenpläne“ (LA, Gy; LA, Re), „Spezialisierung Neuere und neueste deutsche Literatur“, „Profilbildung Literaturwissenschaft“ (LA, Gy), „Profilbildung Linguistik und Literaturwissenschaft“ (LA, Re; LA, Sopäd [2019]), „Profilbildung Literaturwissenschaft oder Linguistik“ (LA, Sopäd [2012]); Master Bepäd (Deutsch als ZF) / Master Wipäd (Deutsch als ZF) (2017/2020; 2018/2021) „Speziali-sierung Neuere und neueste deutsche Literatur“, „Profilbildung Literaturwissenschaft oder Linguistik“ (2017; 2018), „Profilbildung Literaturwissenschaft“ (2020; 2021); Master Ger (2013), Master Ger, Erstfach (2018/2020) „Literatur und Sprache der Gegenwart“

 

Modulprüfung wählbar in:

„Fachwissenschaftliche Aspekte der Schulrahmenpläne“ (mdl. Prüfung, 30 Min.), „Literatur und Sprache der Gegenwart“, „Spezialisierung Neuere und neueste deutsche Literatur“ (Hausarbeit [für BA sowie LA (2019) zusätzlich andere Prüfungsform als Option möglich]), „Profilbildung Literaturwissenschaft“, „Profilbildung Linguistik und Literaturwissenschaft“, „Profilbildung Literaturwissenschaft oder Linguistik“ (Studienleistung/Kompetenzprüfung)

In der Folkloristik zählt die Volkssage neben Märchen und Schwank zu den Grundformen der Volksdichtung. Während die Haltung des Märchens optimistisch und die des Schwanks unbeschwert ist, verbreitet die Sage ein Klima von Angst, Schrecken und Pessimismus. Der Mensch wird durch ein unerhörtes Erlebnis oder Ereignis erdrückt, in den Glaubenssagen (belief legends) von der Gewalt des Numinosen. Helden (wie in der Heldendichtung) fehlen. Stil und Struktur sind einfach. In dämonologischen, historischen und ätiologischen Sagen werden vielfach Gebotsübertretungen thematisiert, womit die Volkssage einen Beitrag zur sozialen Normenkontrolle leistete.

Zur narrativen Verarbeitung zeitgenössischer Ängste tragen „moderne Sagen“ bei. Sie thematisieren die Angst vor dem Verlust von Sicherheit, vor der Ansteckung mit unheilbaren Krankheiten, vor Einbrüchen, Unfällen und Anschlägen und die Angst vor dem unerwarteten Tod. In der Erzählforschung diskutierte man lange darüber, ob es sich um eine Fortschreibung der „alten“ Volkssage handelt, was sich in einer Vielzahl von Namensgebungen niederschlägt (contemporary legend, urban legend etc.). Typisch ist die frühe Verbindung jener Sagen mit technischen Medien, zunächst der Zeitung und heute dem Internet. Moderne Sagen nähren sich durch den Zweifel, ob das Ereignis tatsächlich passiert oder erfunden ist.

In dem Seminar wird einführend ein Überblick über die Geschichte der Sagenforschung gegeben, verschiedene Erklärungsansätze diskutiert und Formen, Strukturen und Motive der Volkssage analysiert. Schwerpunkt der Volkssage bilden regionale Glaubenssagen aus Mecklenburg.

 

Literatur:

  • Brednich, Rolf-Wilhelm (2021): „Literarische Ursprünge und Parallelen moderner Sagen“. In: Petra Himstedt-Vaid, Susanne Hose, Holger Meyer, Siegfried Neumann (Hrsg.) (2021): Von Mund zu Ohr via Archiv in die Welt. Beiträge zum mündlichen, literarischen und medialen Erzählen. Festschrift für Christoph Schmitt (Rostocker Beiträge zur Volkskunde und Kulturgeschichte, Band 9). Münster, New York. 263–280.
  • Gerndt, Helge (2020): Sagen - Fakt, Fiktion oder Fake?: eine kurze Reise durch zweifelhafte Geschichten vom Mittelalter bis heute. Münster, New York.
  • Kaneshiro-Hauptmann, Akemi (2009): „Das ist absolut wahr!“ – Wahre Geschichte oder moderne Sage? – Rezeption der modernen Sagen im deutschsprachigen Raum. E-Diss. Göttingen.
  • Klintberg, Bengt af (1992): Der Elefant auf dem VW und andere moderne Sagen und Großstadtmythen. München.
  • Petzoldt, Leander (2002): Einführung in die Sagenforschung. 3. Aufl. Konstanz.
  • Röhrich, Lutz; Uther, Hans-Jörg; Brednich, Rolf Wilhelm: „Sage“. In: Enzyklopädie des Märchens, hrsg. von Rolf Wilhelm Brednich. Bd. 11. Berlin, New York 2004, Sp.1017–1049 (dort weiterführende Literatur).
  • Schneider, Ingo (1999): „Traditionelle Erzählstoffe und Erzählmotive in Contemporary Legends“. In: Christoph Schmitt (Hrsg.): Homo Narrans. Festschrift für Siegfried Neumann. Münster u.a. 165–179.
  • Tangherlini, Timothy R.; Roychowdhury, Vwani; Broadwell, Peter M. (2020); “Bridges, Sex Slaves, Tweets and Guns: A Multi-Domain Model of Conspiracy Theory.” In: Trevor Blank, Andrew Peck (eds): Folklore and Social Media. Logan, UT: Utah State University Press. 39–66.
  • Wójcik, Bartosz (2021) Erzählpalimpseste: Sagen aus Pommern: Fallstudien zu Faktizitäten, Fiktionalitäten und Fiktionen in einem Grenzraum. Hamburg.
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In der Folkloristik zählt die Volkssage neben Märchen und Schwank zu den Grundformen der Volksdichtung. Während die Haltung des Märchens optimistisch und die des Schwanks unbeschwert ist, verbreitet die Sage ein Klima von Angst, Schrecken und Pessimismus. Der Mensch wird durch ein unerhörtes Erlebnis oder Ereignis erdrückt, in den Glaubenssagen (belief legends) von der Gewalt des Numinosen. Helden (wie in der Heldendichtung) fehlen. Stil und Struktur sind einfach. In dämonologischen, historischen und ätiologischen Sagen werden vielfach Gebotsübertretungen thematisiert, womit die Volkssage einen Beitrag zur sozialen Normenkontrolle leistete.

Zur narrativen Verarbeitung zeitgenössischer Ängste tragen „moderne Sagen“ bei. Sie thematisieren die Angst vor dem Verlust von Sicherheit, vor der Ansteckung mit unheilbaren Krankheiten, vor Einbrüchen, Unfällen und Anschlägen und die Angst vor dem unerwarteten Tod. In der Erzählforschung diskutierte man lange darüber, ob es sich um eine Fortschreibung der „alten“ Volkssage handelt, was sich in einer Vielzahl von Namensgebungen niederschlägt (contemporary legend, urban legend etc.). Typisch ist die frühe Verbindung jener Sagen mit technischen Medien, zunächst der Zeitung und heute dem Internet. Moderne Sagen nähren sich durch den Zweifel, ob das Ereignis tatsächlich passiert oder erfunden ist.

In dem Seminar wird einführend ein Überblick über die Geschichte der Sagenforschung gegeben, verschiedene Erklärungsansätze diskutiert und Formen, Strukturen und Motive der Volkssage analysiert. Schwerpunkt der Volkssage bilden regionale Glaubenssagen aus Mecklenburg.

 

Literatur:

  • Brednich, Rolf-Wilhelm (2021): „Literarische Ursprünge und Parallelen moderner Sagen“. In: Petra Himstedt-Vaid, Susanne Hose, Holger Meyer, Siegfried Neumann (Hrsg.) (2021): Von Mund zu Ohr via Archiv in die Welt. Beiträge zum mündlichen, literarischen und medialen Erzählen. Festschrift für Christoph Schmitt (Rostocker Beiträge zur Volkskunde und Kulturgeschichte, Band 9). Münster, New York. 263–280.
  • Gerndt, Helge (2020): Sagen - Fakt, Fiktion oder Fake?: eine kurze Reise durch zweifelhafte Geschichten vom Mittelalter bis heute. Münster, New York.
  • Kaneshiro-Hauptmann, Akemi (2009): „Das ist absolut wahr!“ – Wahre Geschichte oder moderne Sage? – Rezeption der modernen Sagen im deutschsprachigen Raum. E-Diss. Göttingen.
  • Klintberg, Bengt af (1992): Der Elefant auf dem VW und andere moderne Sagen und Großstadtmythen. München.
  • Petzoldt, Leander (2002): Einführung in die Sagenforschung. 3. Aufl. Konstanz.
  • Röhrich, Lutz; Uther, Hans-Jörg; Brednich, Rolf Wilhelm: „Sage“. In: Enzyklopädie des Märchens, hrsg. von Rolf Wilhelm Brednich. Bd. 11. Berlin, New York 2004, Sp.1017–1049 (dort weiterführende Literatur).
  • Schneider, Ingo (1999): „Traditionelle Erzählstoffe und Erzählmotive in Contemporary Legends“. In: Christoph Schmitt (Hrsg.): Homo Narrans. Festschrift für Siegfried Neumann. Münster u.a. 165–179.
  • Tangherlini, Timothy R.; Roychowdhury, Vwani; Broadwell, Peter M. (2020); “Bridges, Sex Slaves, Tweets and Guns: A Multi-Domain Model of Conspiracy Theory.” In: Trevor Blank, Andrew Peck (eds): Folklore and Social Media. Logan, UT: Utah State University Press. 39–66.
  • Wójcik, Bartosz (2021) Erzählpalimpseste: Sagen aus Pommern: Fallstudien zu Faktizitäten, Fiktionalitäten und Fiktionen in einem Grenzraum. Hamburg.

Die Anmeldung erfolgt durch Studip.

Die Teilnehmerzahl wird auf 20 begrenzt.



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